Die einzige und absolute Evolution der Rechtshänder

 

Es gibt ja Gerüchte, daß unser Rechtshänderdasein schon im Paläozoikum festgelegt wurde, weil gewisse Fische immer verstärkt auf der rechten Seite schwammen, in etwa wie die Schollen, was sich im genetischen Code der DNA verankerte und somit für unsere Evolution ausschlaggebend war.

 

Alles Quatsch!

 

Sehr geehrte Damen und Herren, wir sind der Meinung, daß vom rein wissenschaftlichen Stand- punkt gesehen unsere Theorie die einzig wahre und biologisch richtige ist und keine andere Alter- native möglich ist (oder womöglich richtig ist), was wir Ihnen folgendermaßen eindrucksvoll darlegen und beweisen werden: Wir beginnen mit einem berühmten Zitat des Herrn Dr. Junker. Dieser be- wies uns anhand eines Globus einen imposanten Lehrsatz: "Auf der Nordhalbkugel werden alle Bewegungen nach rechts abgelenkt! Das kann Euch jeder Lokführer sagen, die rechte Schiene ist immer stärker abgenutzt als die linke.". Daraus ist eindeutig folgerbar, daß Lebewesen diese Kraft ausgleichen müssen (F1+F2=FG=0), um ihrem Körper eine primäre Achsensymmetrie zu ermög- lichen. Daraus entwickelte sich sodann auf der nördlichen Hemisphäre der rechtshändige Mensch, auf der südlichen dementsprechend der Linkshänder. Jetzt könnten wieder einige Schlauberger ein- wenden, daß die Wiege der Menschheit doch in Afrika lag, dieses Faktum wollen wir auch nicht abstreiten, vielmehr wissen wir jedoch aus zuverlässiger Quelle, daß bedingt durch Polsprünge die Pole und somit auch der Äquator auf der Erdkugel ihren Standort mehrmals gewechselt haben. Was will uns dieser großartige Satz sagen? Nun denn, als der Mensch sich entwickelte lag Afrika auf dem nördlichen Teil der Erde (kapiert?). Linkshänder, die wir demnach als genetische Mutationen betrachten müssen, kommen nur in geringer Anzahl unter uns vor und können auf den ersten Blick vernachlässigt werden.

 

Katze

 

Wer jetzt jedoch Einspruch erhebt, daß die Menschen auf der südlichen Halbkugel einem entgegen- gesetzten Prozeß unterworfen sind, liegt völlig valsch (Alliteration!!!). In einem euphemistischen Höhenflug könnten wir natürlich auch sagen, daß er fast föllig falsch (und wieder eine Alliteration! Gut was?) liegt. Auf Grund der minimalen Landmasse südlich des Äquators, deshalb geringere Bevölkerungszahl, muß man dies strikt verneinen. Nun stellt sich aber die Frage, was mit den Menschen ist, die auf dem Äquator leben. NEIN, diese sind natürlich keine Kriegsversehrten, wie Sie sicher in einem Anflug anspruchsloser Assoziationen wieder einmal gedacht haben. (TYPISCH!!) Falsch, diese Menschen sind vollkommen beidhändig oder in der Fachsprache di- manual. Dies läßt sich beweisen an den Sarkophagen und Mumien der ägyptischen Pharaonen, die stets mit verschränkten Armen auf der Brust, im Gegensatz zu Napoleon, welcher nur die rechte Hand ins Revers steckte, beerdigt wurden. Heutzutage liegt Ägypten jedoch weit nördlicher des Äquators, aber wegen des Kontinentaldrifts in der Tektonik lag dieses damals in Äquatorhöhe. Ver- neigen wir also hochachtungsvoll unser Haupt vor diesen alten Herren, ohne die unsere Theorie nicht möglich gewesen wäre. Wir bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit für unsere mentalen Ausschweifungen.

 

Vielen Dank.

 

Arno Nühm und R.o.S.

 

Zeit, Ort:
Freitag, 13.3.92, 11:45-12:30 Uhr
Gymnasium Tostedt, P1, GK-Stunde (Smg)

 

Übersetzung in Umgangssprache:
Arno Nühm

 

© 1992

 


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